Kulturpolitik

Kulturprozent der Migros Aare

Wie die Migros Aare im vergangenen Herbst via Presse und anderweitige Kanäle verlautbarte, wird der Zweck des Kulturprozents neu definiert. Es gab Entlassungen in der Administration, und es war von Neuausrichtung die Rede. Visarte Bern hat in Zusammenarbeit mit Visarte Schweiz und den Sektionen Biel-Bienne, Aargau und Solothurn mit einem Brief Stellung genommen. Ziel dieser Stellungnahme war es, von Herrn Anton Gäumann, Geschäftsleiter der Migros Aare, zu erfahren, welche Konsequenzen für die Künstlerschaft durch diese Neuausrichtung entste- hen. Im Brief von Visarte wurde an einen Leitsatz von Gottlieb Duttweiler erinnert:

«Wir müssen wachsender eigener materieller Macht stets noch grössere soziale und kulturelle Leistungen zur Seite stellen. Für das müssen trotz aller geschäftlichen und politischen Beanspruchungen immer Mittel und die Zeit der Besten freigemacht werden, sonst wird das mächtige Migros-Werk absterben wie ein Baum, der keine Blüten mehr treibt.»

Von Herrn Gäumann haben wir erfahren, dass mit der grundlegenden Neuausrichtung des Bereichs Kulturprozent der administrative Aufwand reduziert werden soll. Das Kulturprozent ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil der Migros im Sinne des Gründers Gottlieb Duttweiler. Die künftige Förderung soll in Abstimmung mit dem nationalen Kulturprozent geschehen, und es werden künftig keine eigenen Projekte mehr lanciert. Es sollen künftig mehr Projekte von professionellen Organisationen unterstützt werden. Eintreffende Gesuche von regionaler Bedeutung werden weiterhin im Rahmen der Richtlinien begutachtet – diese Richtlinien werden sporadisch überprüft und, wo nötig und sinnvoll, neuen Gegebenheiten angepasst.

Wir nehmen die Stellungnahme der Migros Aare zur Kenntnis und werden die Vergabepolitik des Kulturprozents der Genossenschaft Migros Aare verfolgen.


Verein Cantonale Berne Jura

Die Cantonale Berne Jura als wichtiges Schaufenster des Bernischen Kunstschaffens ist wiederkehrend Anlass für Rückmeldungen von Kunstschaffenden. Wir suchten daher im Rahmen eines Gesprächs den Kontakt mit den Verantwortlichen der Cantonale Berne Jura, um Grundlegendes zu erörtern und zu besprechen. Es wurde festgestellt, dass die neun Häuser oder Ausstellungsstandorte während der Ausstellung sehr gut besucht sind. Während der Cantonale schlägt die Kantonale Kunstkommission Werke zum Ankauf vor.

Da der Aufwand für die Kunstschaffenden, teilweise bedingt durch lange Anfahrtswege und unterschiedliches Kunstgut, gross ist, stellt sich die Frage nach einer fairen Entschädigung der Fahrspesen. Die aktuellen finanziellen Mittel sind jedoch nicht ausreichend, um zusätzliche Leistungen zu entrichten. Die Geschäftsleitung Cantonale Berne Jura und Visarte Bern beabsichtigen daher, beim Kanton Bern ein Gesuch zu stellen, um den Ausbau der finanziellen Mittel anzustossen.


Kunstmuseum Bern, Erweiterungsbau

Der in den 1980er Jahren erstellte Erweiterungsbau – der sogenannte Atelier 5-Bau – ist in die Jahre gekommen und muss saniert und modernisiert werden. Das Kunstmuseum Bern engagiert sich zudem für die Möglichkeit, diesen durch einen Neubau und als Teil einer „Kunstmeile“ Hodlerstrasse zu ersetzen. Ein Projektdossier für einen Architekturwettbewerb wurde erstellt. Aktuell werden im Rahmen von 1 Mio. Franken Sofortmassnahmen realisiert.

Die Erweiterung wurde im Rahmen von Panelveranstaltungen «Gegen- wartskunst im Kunstmuseum Bern» öffentlich diskutiert. Die Erweite- rungsstrategien gehen aktuell von drei Varianten aus, von der Renovation des Bestehenden und Ausbau des Lagerraums bis hin zur substanziellen Erweiterung im Gebäude zwischen Kunstmuseum und Polizeihauptwache. Die Finanzierung soll neben der öffentlichen Hand mit privaten Mitteln sichergestellt werden. Hansjörg Wyss hat einen namhaften Betrag in Aussicht gestellt und hat seine Unterstützung an Auflagen geknüpft. So soll beispielsweise die Hodlerstrasse dereinst autofrei ausgestaltet werden. Dieses Ansinnen kollidiert jedoch mit der verkehrsplanerischen Lösung.